Gefahr:
Unter den circa 1500 verschiedenen Skorpionarten sind weltweit weniger als 25 in der Lage, durch Stichverletzung einen Menschen tödlich zu vergiften. In der Regel werden nur geringfügige lokale Reaktionen hervorgerufen. Je größer das Tier, desto kleiner ist die Gefahr. Kinder werden häufig gestochen, wenn sie mit Skorpionen spielen möchten.

Symptome:
Im Gegensatz zu den Spinnentieren beißen Skorpione nicht, sondern sie stechen ihr Opfer und entleeren dabei ihr Gift. Die Einstichstelle ist in der Regel wie nach einem Wespenstich sehr schmerzhaft, nachfolgend geschwollen und gerötet. Mitunter kann es zu Bläschenbildung und Taubheitsgefühl kommen. Diese lokalen Symptome können mehr oder weniger prompt von allgemeinen Krankheitszeichen begleitet werden. Besonders bei Kindern treten diese frühzeitig und heftig in Erscheinung. Dabei kommt es zu Übelkeit, Bauchkrämpfen und Erbrechen, zu Schweißausbruch und Kurzatmigkeit. Neben verschwommenem Sehen und verwaschener Sprache kann es auch zu Muskelkrämpfen und vor allem bei Kindern zu einer generalisierten Unruhe kommen. In schweren Fällen stellt das Ansteigen von Blutdruck und Herzfrequenz eine lebensbedrohliche Kreislaufkomplikation dar.

Erste Hilfe:
In erster Linie sollte man den Betroffenen beruhigen. Die entsprechende Extremität ist ruhigzustellen. Alle Manipulationen, wie zum Beispiel das Abbinden oder Ausschneiden der Stichstelle sollten unterlassen werden, um eine nachfolgende Infektion zu vermeiden. Vor allem Kinder müssen umgehend in ärztliche Behandlung gebracht werden. Falls der Skorpion getötet wurde empfiehlt es sich, diesen zur späteren Identifizierung aufzubewahren. Eventuell kann daraufhin ein spezifisches Gegengift verabreicht werden.

Vorbeugende Maßnahmen:
Mit Skorpionen muß man vor allem beim Kampieren im Freien in den oben angegebenen Regionen rechnen. Skorpione greifen von sich aus nicht an sondern versuchen zu fliehen. Zu Stichverletzungen kommt es nur, wenn das Tier in eine Zwangslage getrieben wird. Kleidung und Schuhe sollten vor dem Anziehen gründlich inspiziert bzw. ausgeschüttelt werden. Um einen Stich zu verhindern sollte man nicht auf das Tier schlagen, sondern es rasch mit der flachen Hand abstreifen. Nachts sollte man Wege und Schlafplätze sorgfältig ausleuchten. Insektensprays sind meist nicht hilfreich.

Gift-Informationszentrale Bonn Tel. : 0228-19240

 

Skorpione wehren Feinde mit schmerzhaftem Vorgift ab

Erst bei großer Gefahr greifen die Tiere zum tödlichen Gift
 


Skorpione produzieren ein äußerst schmerzhaftes, aber nicht tödliches Vorgift. Damit wehren die Tiere wenig gefährliche Feinde ab und lähmen Futterinsekten, schreiben amerikanische Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Vorabpublikation Nr. 7354). Das Vorgift ist möglicherweise der Grund, weshalb Stiche selbst von Skorpionarten, die tödliche Gifte produzieren, nur selten tödlich für Menschen sind.

Die Forscher um Bora Inceoglu von der Universität in Davis entdeckten das Vorgift wegen seiner Farbe: Sie fanden durchsichtige Tropfen am Stachel von Parabuthus transvaalicus, einem handgroßen, schwarzen Skorpion. Das tödliche Gift aber ist milchig weiß.

In der chemischen Analyse fand das Team in den durchsichtigen Tropfen, dem Vorgift, hohe Mengen an giftigen Salzen, jedoch weniger gefährliche Eiweiße als im Gift selbst. Eingespritzt in Tiere lähmte das Vorgift Insekten und löste bei Mäusen heftige Schmerzen aus. Darin sei es gar potenter als das milchige Gift, schreiben die Forscher. Nur dieses könne jedoch Tiere töten.

Das Vorgift sei vermutlich ein Trick, um wertvolle Eiweiße zu sparen, spekulieren die Forscher. Die giftige Salzlösung reiche schließlich, um kleine Beutetiere zu jagen und Feinde abzuwehren. Erst bei großer Gefahr greifen die Skorpione zum tödlichen Gift voller Eiweiße.

Das Vorgift könnte aber auch im Sexualleben von Skorpionen wichtig sein: Beim Kopulieren pieksen die Männchen ihre Angebetete mehrfach. Möglicherweise geben die Tiere dabei nur Tropfen des Vorgiftes ab, um die Muskulatur des Weibchens zu beeinflussen, schreiben die Forscher.